Herne und Recklinghausen wollen emissionsfreie Abfallsammlung testen

Bei der Umsetzung der Klimaschutzziele und der Energiewende stellt der Verkehr ein wichtiges Handlungsfeld dar. Hier hat die Diskussion über Dieselfahrverbote die Entwicklung marktreifer alternativer Antriebstechnologie erheblich beschleunigt.

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, plant die EU deutlich verschärfte Vorgaben zur Förderung sauberer und energieeffizienter Straßenfahrzeuge, insbesondere auf der Beschaffungsseite. Ziel ist die „Dekarbonisierung der Logistik“.

Auswirkungen für öffentliche Unternehmen

Bis 2030 sollen auch kommunale  Dienstleistungsunternehmen den CO2-Ausstoß ihrer Nutzfahrzeuge um 30 % reduzieren. Neben hybrid- und rein batterieelektrisch angetriebenen PKW und Transportern wird der Wasserstoffantrieb (H2-Brennstoffzelle) als eine Alternative für Busse und schwere Nutzfahrzeuge entwickelt.

In einemVerbundprojekt zum Klima- und Ressourcenschutz planen Entsorgung Herne und die Kommunalen Servicebetriebe Recklinghausen zusammen mit der AGR und der Fa. Faun, die Entwicklung von H2 angetriebenen Abfallsammelfahrzeugen voranzutreiben.

Mit diesem Projekt verfolgen die Partner laut Horst Tschöke, Vorstand von Entsorgung Herne, als primäres Ziel, emissionsfreie Abfallfahrzeuge bei der Sammellogistik in den Wohngebieten einsetzen zu können. Mit der Realisierung wird aber auch ein wichtiger Beitrag in der Kreislaufwirtschaft verfolgt. Denn der in Herne gesammelte Restabfall wird im RZR der AGR verbrannt und dabei gleichzeitig Energie in Form von Strom und Fernwärme gewonnen. Ein Teil der elektrischen Energie wird dann zur Produktion von Wasserstoff (Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff) genutzt. Diesen Wasserstoff tanken die Abfallsammelfahrzeuge der Unternehmen in einem ersten Schritt an einer Tankstelle der AGR. Der so getankte Wasserstoff reagiert dann in einer Brennstoffzelle mit Sauerstoff und erzeugt die notwendige Energie für den Antrieb des Fahrzeuges, um wiederum danach Restabfall in den Sammelgebieten aufzunehmen. Hier schließt sich insoweit der Kreislauf für einen Teil des eingesammelten Hausmülls der beteiligten Kommunen.

Vorgehen – Umsetzung – Zeitrahmen:

Um diese innovative Technologie für den täglichen Einsatz fit zu machen, wird ab April 2019 in Recklinghausen und dann in Herne eine jeweils 14-tägige Datenaufnahme mit einem speziell ausgestatteten Fahrzeug durchgeführt. So können wichtige Informationen für den Energiebedarf und die Dimensionierung der Technik erfasst werden. Auf der Basis der Analyse der Daten durch die Fa. Faun, die im Segment Fahrzeugtechnik innovative Antriebstechniken entwickelt, erfolgt die gemeinsame Konfiguration je eines praxistauglichen und auf die örtlichen Bedürfnisse abgestimmten H2-Fahrzeuges. Danach sollen die Fahrzeuge spätestens ab Anfang 2020 im realen Einsatz von den Unternehmen getestet werden.

Ziel des Verbundprojektes ist es, gemeinsam die Entwicklung und Nutzung alternativer, emissionsfreier Antriebe für den alltagstauglichen Einsatz großer Nutzfahrzeuge voranzutreiben.

Zukunft nachhaltig gestalten

Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Klimaschutz gehören für Horst Tschöke seit mehreren Jahren zu den bedeutendsten Unternehmenszielen.

Durch die Nutzung von Geothermie, Niederschlagswasser oder Sonnenenergie im auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Wertstoffhof, der stetig wachsenden Elektrofahrzeugflotte und einem umfangreichen Angebot an Upcycling-Workshops, Bildungsprojekten oder Tauschbörsen für die Herner Bevölkerung wird das Engagement von Entsorgung Herne für den Klima- und Ressourcenschutz sicht- und erlebbar. Deshalb reiht sich die Beteiligung an dem Verbundprojekt zum Einsatz von H2-Abfallsammelfahrzeugen konsequent ein in die von der Stadt Herne verfolgte Nachhaltigkeitsstrategie.

Entsorgung Herne AöR
Südstr. 10, 44625 Herne
Tel.: 02323 / 16 24 27
Fax: 02323 / 16 43 20