Sammies: Es kommt der Tag, da muss die Tonne duschen!
Abfallberatung

Abfallvermeidung

    Inhalt
  • 1.1 Definition und Erläuterung
  • 1.2 Vom "Müllnotstand" zur "Kundenberatung"
  • 1.3 Auswirkungen der Abfallvermeidung
  • 1.4 Grenzen der Abfallvermeidung
  • 1.5 Abfallvermeidung auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen
    • 1.5.1 Staat
    • 1.5.2 Öffentlich-Rechtlicher Entsorgungsträger
    • 1.5.3 Wirtschaft und Forschung
    • 1.5.4 Privathaushalte
  • 1.6 Quantitative und qualitative Abfallvermeidung
    • 1.6.1 Substitution von Packstoffen
    • 1.6.2 Verminderung der Verpackungsabfallmengen
    • 1.6.3 Verminderung des Schadstoffeintrags in den Abfall
  • 1.7 Ein Weg der Abfallvermeidung: Mehrweg
    • 1.7.1 Definition und Erläuterungen
    • 1.7.2 Einsatzbereiche für Mehrwegsysteme
    • 1.7.3 Ökobilanzen Getränkeverpackungen
  • 1.8 Praktische Tips zur Abfallvermeidung


1.1 Definition und Erläuterung

Abfallvermeidung, das sollten wir nicht müde werden zu sagen, hat oberste Priorität. Da die meisten Umweltbelastungen bei der Herstellung eines Produkts anfallen, werden gerade diese Belastungen durch abfallvermeidende Maßnahmen verringert, hinzu kommen die Entlastungen bei der Verbrennung sowie bei Sammlung und Transport.

Abfälle sind nach § 4 KrW - / AbfG in erster Linie zu vermeiden.Der Gesetzgeber kann steuernd auf die Zunahme von Verpackungsabfällen (Rücknahme- und Pfandpflicht) oder den Anfall schadstoffhaltiger Abfälle (Verkehrsverbot) einwirken. Neben den Verpackungsabfällen (z.B. Einwegflaschen), die inzwischen nahezu 1/1 des Hausmüllgesamtgewichtes ausmachen, bilden die kompostierbaren Abfälle einen mengenmäßig ebenso relevanten Ansatzpunkt zur Vermeidung (konsequente Förderung der Eigenkompostierung).

Der Begriff der Abfallverringerung betrifft den vom Konsumenten nicht unmittelbar beeinflußbaren Produktionsbereich und meint z.B. bei Verpackungen die Reduzierung des Stückgewichtes und Volumens.

Im gewerblichen und Produktionsbereich werden Abfälle soweit vermieden oder verringert, wie sich wirtschaftliche Vorteile unter Einschluß der Rohstoff-, Produktions- und Abfallentsorgungskosten ergeben oder ordnungsrechtlich bestimmte Abfälle von der Annahme ausgeschlossen werden.

Abfallvermeidung ist aktiver Umweltschutz. Abfallvermeidung ist der ökologisch sinnvollste Weg, denn der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht. Er muß nicht aufwendig – unter "Verbrauch von Umwelt" – und kostenintensiv verwertet oder entsorgt werden.

"Abfallvermeidung bedeutet, Abfälle erst gar nicht entstehen zu lassen. Es werden keine Produkte hergestellt, die beseitigt oder recycelt werden müssen."

In privaten Haushalten und der Industrie ist dies in letzter Konsequenz durch Konsum- und Produktionsverzicht oder durch Umstellung der Produktion realisierbar. Das Zurückgreifen auf recycelbare Produkte, die dann einer Abfallverwertung zugeführt werden, wird immer wieder einer Abfallvermeidung gleichgesetzt. Doch Abfallverwertung kann keine Abfallvermeidung sein, da der Abfall bereits entstanden ist. Durch die Abfallverwertung wird lediglich die Verbrennung bzw. Deponierung der bereits entstandenen Abfälle vermieden. Beispiele für tatsächliche Abfallvermeidung in diesem Sinne sind Mehrwegsysteme aller Art.

Müllproblemo?

  • Mehrwegflaschen......nachfüllpackungen
  • Pfandsysteme.....kompostieren....akkus
  • Einkaufstaschen........mehrwegpaletten
  • Windeldienste......langlebige produkte
  • Reparieren..leihen..unverpackt..refill
  • weiterverwenden...teilen......tauschen
  • Geschirrmobil...lose.......verschenken
  • Mieten statt kaufen..teilen..dispencer
  • pflegen...qualität..flohmarkt...leihen
  • mehrwegtransportsysteme......kreislauf
  • wiederverwenden...secondhand...trennen
  • sortieren..sammeln....Pfand..recycling
  • wiederverwerten.markt..mehrwegflaschen
  • nachfüllpackungen........pfandflaschen
  • kompostieren...akkus...einkaufstaschen
  • weiterverwerten..........windeldienste
  • leihen.........Internet-Gebrauchtbörse
  • langlebige produkte.........reparieren
  • Reparatur-und Verleihführer.unverpackt
  • tauschen...gemeinsam nutzen..phantasie

Nullproblemo!

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1.2 Vom "Müllnotstand" zur "Kundenberatung"

Anders als zu Beginn der 80er Jahre ist die Bedeutung der Abfallvermeidung durch die völlig veränderte abfallwirtschaftliche Ausgangssituation bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern fragwürdig geworden. War damals noch von "Müllnotstand" und "Mülllawinen" die Rede und von der unbedingten Notwendigkeit der Abfallvermeidung stellt sich die Situation für viele Kommunen heute ganz anders dar:

Die wegen der Auswirkungen der Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes zum Teil drastisch sinkenden Abfallmengen ("Abfall zur Verwertung") führen zu starken Gebührenerhöhungen. Intensive Maßnahmen zur Abfallvermeidung würden diese Situation nur forcieren, so daß aus betriebswirtschaftlichen Gründen ein öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger, der seine Entsorgungsanlagen auslasten muß, kein Interesse an Abfallvermeidung haben darf.

Viele der anfangs als "Abfallberater" angestellten Mitarbeiter wurden aus diesen Gründen zu "Kundenberatern", die nun Abfälle für Ihre Entsorgungseinrichtungen akquirieren müssen, was viele als Belastung empfinden, wird hier doch die ganze Irrationalität der Abfallwirtschaft deutlich.

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1.3 Auswirkungen der Abfallvermeidung

Unsere Wohlstandsgesellschaft bietet den meisten Menschen finanzielle Absicherung und ein Warenangebot im Überfluß. Dieser Lebensstandard hat dazu geführt, daß unsere Gesellschaft ein intensives Konsum- und Wegwerfverhalten entwickelt hat. Wir produzieren zuviel Abfall.

Die verschiedenen Möglichkeiten der Abfallentsorgung sind immer auch mit Schwierigkeiten und Belastungen der Umwelt verbunden. Der Abfall verschwindet nicht einfach, sondern er wird durch Verbrennung und Deponierung nur stofflich verändert. Wird der Abfall verbrannt, entstehen auch bei Anwendung neuester Techniken Emmissionen und Reststoffe, die abgelagert werden müssen. Jede Deponierung von Abfall ist ein Eingriff in die Natur. Landschafts- und Bodenbelastungen sind dabei nicht auszuschließen. Im günstigsten Falle werden entstandene Abfälle verwertet, doch auch hier treten Belastungen durch Energie- und Wasserverbrauch auf . Energieerzeugung z.B. ist wiederrum mit weiteren Umweltbelastungen verbunden ( Luftverschmutzung, Bodenversauerung, saurer Regen, etc ). Darüber hinaus besteht unser Müll aus wertvollen Reststoffen, die oft genug unwiederbringlich verloren sind.

Die einzige adäquate Gegenmaßnahme zur Abfallproblematik kann daher nur im Vorfeld der Müllentstehung ansetzen - bei der Abfallvermeidung. Abfallvermeidung ist vorgezogener Umweltschutz, denn sie spart Rohstoffe, Energie, Wasser, Transporte, Schadstoffe und vor allem Abfall und trägt somit wesentlich dazu bei, die Verschmutzung von Wasser, Boden und Luft sowie den Landschaftsverbrauch zu begrenzen (Müllverbrennung, Deponie), denn 90 % der Umweltbelastungen durch Güter entstehen bei ihrer Produktion und nicht bei der Entsorgung.

Ein riesiges Potential für die Abfallvermeidung liegt vor allem im sinnlosen und überflüssigen Wohlstandsmüll. Mit dem steigenden Lebensstandard schwappte eine Verpackungsflut auf die Verbraucher zu, und die Umstellung auf Einwegprodukte nahm zu.

Verpackungen haben eine qualitativ und quantitativ große Bedeutung für die Umwelt. Umweltbelastungen können sich während der gesamten Lebensdauer einer Verpackung von den Stufen der Packstoffherstellung, der Verpackungsnutzung und der Verwertung bzw. Entsorgung ergeben. Dasselbe gilt natürlich auch für die Produkte, die in ihnen enthalten sind.

In vielen Fällen kann eine einfache Reduzierung des Verpackungsaufwands einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz sowohl bei der Entsorgung als auch beim Herstellungsverfahren aus den natürlichen Rohstoffen liefern. Oftmals sind Anforderungen an Verpackungen überzogen, etwa aus nicht nachvollziehbaren Hygienekriterien oder aus übertriebenem Schutzbedürfnis.

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1.4 Grenzen der Abfallvermeidung

Als Vorbild für die ,,HighTech-Verpackung" der Zukunft gilt den Verpackungsingenieuren eine alte Bekannte - die Banane: Die gelbe Frucht wird von einer stabilen Schale geschützt, ist transportsicher, läßt sich wegen der Aufreißstruktur ihrer Hülle ebenso leicht öffnen wie hygienisch verspeisen und der Abfall bereitet, weil biologisch abbaubar, kaum Entsorgungsprobleme. In dieser ,,logistischen Meisterleistung" der Natur sehen einige Lebensmittelkonzerne bereits das Vorbild für neue Markenartikel. Darum arbeiten Entwicklungsingenieure an "eßbaren" Verpackungen aus Stärke. Eßbar bedeutet in diesem Falle nicht, daß die Verpackung mit verspeist werden soll, sondern daß sie biologisch abbaubar, also kompostierbar ist.

Die Verpackungen erfüllen eine Reihe von wichtigen Funktionen, die in einer arbeitsteiligen Wirtschaftsordnung unverzichtbar sind. Für viele Waren ist Transport, Verteilung und Lagerung ohne produktgerechte Verpackungen nicht möglich. Der weltweite Handel und die Verstädterung der Gesellschaft führen zu längeren Transportwegen, so daß sich die Umschlagzeiten verlängert haben.

Die Verpackung ist insbesondere für Lebensmittel relevant. Die Zeiten zwischen Ernte oder Erzeugung,Vermarktung und Verzehr können meist nur durch sehr produktspezifische Verpackungen überbrückt werden, um die Warenqualität zu gewährleisten.

Die Schutzfunktion der Verpackung wirkt allgemein in doppelter Weise: Zum einen wird das Packgut selbst geschützt und zum anderen dessen Umgebung. Letzteres ist beispielsweise bei wassergefährdenden oder giftigen Gütern wichtig. Der Schutz des Packgutes durch die Verpackung stand vor allem bei der Entwicklung des Lebensmitteleinzelhandels zu Selbstbedienungsläden aus hygienischen Gründen im Vordergrund.

Darüber hinaus bieten Verpackungen für Hersteller, Handel und Verbraucher viele Vorteile. Auf der Verpackung kann der Verbraucher über das Produkt informiert werden. Dies ist insbesondere in der personalarmen Distributionsform der Selbstbedienung von Belang. Verkäuferische Beratungsaktivitäten wurden zunehmend auf Produktverpackungen übertragen. Die Verpackung hat auch Informations- und Distributionsfunktionen zu übernehmen . Die Informationsmöglichkeit wird natürlich auch zu Werbezwecken durch Aufdrucke auf die Verpackung genutzt. Die Aufmachung der Verpackung erfüllt für Hersteller zudem eine Marketing-Funktion, wenn sich das eigene Produkt vom anderen abhebt.

Verpackungen bieten Produzenten und Händlern einfache Möglichkeiten zur Rationalisierung und Automatisierung. Sie haben somit auch wirtschaftliche Funktionen.

Neben diesen allgemein gültigen Funktionen müssen Verpackungen gegebenenfalls gesetzliche Anforderungen erfüllen. Dies gilt beispielsweise für Lebensmittel und Bedarfsgegenstände oder für Gefahrguttransporte, z.B. ist nach dem Arzneimittelgesetz oder der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung eine Information auf der Verpackung vorgeschrieben.

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1.5 Abfallvermeidung auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen

Die Abfallvermeidung ist eine umfassende Aufgabe, deren Verwirklichung auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen gleichzeitig angegangen werden muß. Im folgenden sollen die Möglichkeiten in diesen Bereichen dargestellt werden.

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1.5.1 Staat

Das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz macht die Abfallvermeidung zur Pflicht. Um dieser Pflicht nachkommen zu können, müssen auf staatlicher Ebene effizientere Möglichkeiten geschaffen werden, um die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger bei ihren abfallwirtschaftlichen Anstrengungen zu unterstützen.

Die Befugnis, Produktverbote, Pfandabgaben oder Verpackungssteuern durchzusetzen, hat bisher allein die Bundesregierung, die durch das Gesetz ermächtigt ist, für Abfälle eine Kennzeichnungspflicht, eine Pflicht zur getrennten Entsorgung, eine Rücknahme- oder Pfandpflicht sowie Vertriebsbeschränkungen vorzuschreiben. Auf dieser Grundlage entstandene und erlassene Verwaltungsvorschriften können im KrW - / AbfG nachgelesen werden. Darüber hinaus können Steuern und Abgaben erlassen werden, die zum einen Druck ausüben und zum anderen Anreize bieten, abfallärmere Produkte herzustellen.

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1.5.2 Öffentlich-Rechtliche Entsorgungsträger

Die Kommune ist zwar entsorgungspflichtig, ist aber in ihren Handlungsmöglichkeiten beschränkt. Handlungsmöglichkeiten innerhalb der Kommune bestehen zur Zeit in der Beratung der Abfallerzeuger, der Müllgebührenstaffelung und der Vorbildfunktion im öffentlichen Beschaffungswesen.

Durch die Müllgebührenstaffelung sollen Anreize zur Müllvermeidung und -verwertung gegeben werden. Darüberhinaus kann die Kommune bei öffentlichen Veranstaltungen z. B. Auflagen zur Verwendung von Mehrweggeschirr machen. Wichtig erscheint eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Abfallvermeidung.

Allerdings werden wie oben bereits erwähnt, alle diese Bemühungen durch die kritischen Situationen, in denen sich viele öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger im Hinblick auf sinkende Abfallmengen und steigende Abfallgebühren befinden, in Frage gestellt.

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1.5.3 Wirtschaft und Forschung

Zur Durchsetzung der Abfallvermeidung müssen Handel und Industrie umweltfreundlichere, abfallärmere Herstellungsverfahren und Produkte entwickeln, indem sie zum einen bei der Planung neuer Produkte abfallvermeidende Gesichtspunkte berücksichtigen und zum anderen bei bestehenden Produkten die eingesetzten Verfahren optimieren und eventuell verwendete Stoffe substituieren.

Die angebotenen Güter müssen langlebiger, reparaturfähiger und ohne überflüssige Verpackung hergestellt und angeboten werden. Die damit einhergehende Verringerung der Produktion ist Abfallvermeidung im eigentlichen Sinne, nämlich der Verzicht. Dieser Verzicht kann freiwillig erfolgen oder aber durch Gesetze und Verordnungen auferlegt sein. Die Forschung kann abfallvermeidend tätig werden, indem sie Maßnahmen zum präventiven Umweltschutz untersucht und Ökobilanzen sowie Produktlinienanalysen weiterentwickelt.

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1.5.4 Privathaushalte

Die Maßnahmen zur Abfallvermeidung richten sich vorwiegend an die Ebene der Konsumenten, obwohl hier lediglich 1% des Gesamtabfallaufkommens entstehen. Der Verbraucher kann jedoch durch sein Kaufverhalten die Produkthersteller dazu bewegen, gewisse Produkte anders oder gar nicht anzubieten. Für jeden einzelnen bedeutet dies jedoch freiwilligen Verzicht auf bestimmte Gebrauchsgüter und Ausweichen auf umweltfreundlichere Produkte.

Dies setzt jedoch beim Verbraucher ein Bewußtsein voraus, das so gefestigt sein muß, daß es auch der teilweise arbeits- und kostenintensiven abfallarmen Haushaltsführung standhält. Denn neben dem Verzicht auf bestimmte Güter bedeutet Abfallvermeidung zum Teil auch Verzicht auf Bequemlichkeiten. Abfallvermeidung auf dieser Ebene wird allerdings erst effektiv, wenn ein entsprechendes ökologisches, abfallarmes Warenangebot flächendeckend existiert.

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1.5.5 Beispiele für Handlungsmöglichkeiten der verschiedenen Ebenen

  • Auflagen bei Erteilung von Betriebsgenehmigungen
  • bei Produktionsbetrieben
  • bei Gaststättenbetrieben mit Einwegbehältern
  • Beschränkung des Inverkehrbringens
  • Einflußnahme auf die Aufstellung von Mehrweg-Getränkeautomaten
  • Einweg-Verpackungsreduzierung bei Straßenfesten u. a. Veranstaltungen
  • Öffentliches Vergabe- und Beschaffungswesen
  • keine Einwegbehälter u. ä. in Großküchen, Kantinen etc.
    • Beschaffung von reparaturfreundlichen, langlebigen und schadstoffarmen Gütern im Bereich der öffentlichen Hand
  • Öffentliche Förderung von Abfallvermeidungsmaßnahmen
  • Förderung des Verkaufs von losen Waren
  • Wirtschaftsförderung von entsprechenden Läden
  • Bereitstellung von öffentliche Flächen für Abfallvermeidungsinformationen
    • Aufbau von "Sperrmüll"-Börsen
    • Aufbau von "Internet-Gebrauchtbörsen"
  • Einflußnahme über die Besteuerung
  • Kopplung des Gewerbesteuerhebesatzes mit Abfallvermeidungsmaßnahmen
  • Einflußnahme über die Gestaltung von Müllgebühren (z. B. keine degressive Staffelung von Müllgebühren)
  • Freiwillige Maßnahmen von Industrie, Handel und Gewerbe
  • Planungsrechtliche Maßnahmen
    (z. B. Planung für eine dezentrale Versorgung der Bevölkerung in Wohngebieten) Umfang und Erfolg von Abfallvermeidungsmaßnahmen wie auch von jeglichen Abfallverwertungsmaßnahmen setzen weiterhin aktives Handeln der Bevölkerung und somit eine gezielte und wirksame Öff:entlichkeitsarbeit voraus. Die Öffentlichkeitsarbeit informiert, mit welchen produkt- und verhaltensbezogenen Maßnahmen der Bürger zur Abfallvermeidung beitragen kann. Dies beinhaltet eine Vielzahl von Aktionen wie Ideen-Wettbewerbe, Ausstellungen, Preisausschreiben, Informationsveranstaltungen und Aktionen im Schulbereich. Für den Bürger und Verbraucher (sogenannte ,,Mikroakteure") lassen sich folgende allgemeine Maßnahmen und Möglichkeiten angeben:
  • vermeidungsorientierte Haushaltsführung durch bedarfsgerechten Einkauf und produkt- gerechten Gebrauch
  • Bevorzugung von Mehrweg- und Pfandflaschen gegenüber Einwegbehältnissen
  • Bevorzugung von haltbaren und langlebigen Gebrauchsgütern
  • wiederverwendbare Gegenstände verschenken oder verkaufen, statt sie wegzuwerfen
  • Vermeidung und/oder Minimierung des Einsatzes von Problemprodukten (z. B. Verzicht auf Gartenchemikalien).
  • Bisherige Untersuchungen zeigen, daß sich durch eine Änderung der Konsum- und Lebensgewohnheiten im Haushalt bis zu 20% des Hausmülls vermeiden lassen.

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1.6 Quantitative und qualitative Abfallvermeidung


1.6.1 Substitution von Packstoffen

Untersuchungen und Berechnungen zu Schadstofffrachten , die mit Packstoffen und Packhilfsmitteln bezogen auf eine bestimmte Menge Füllgut in den Hausmüll eingetragen werden, zeigen, daß sich drei Veränderungen im Bereich der Packstoffauswahl stark abfall- und umweltentlastend auswirken:
1. Ersatz von Einwegverpackungen aus Kunststoff, Kartonverbund oder Glas durch Mehrwegverpackungen, so fern hohe Umlaufzahlen erreicht werden, keine hygienischen Bedenken bestehen und der Reinigungsaufwand nicht zu hoch ist;
2. Verzicht auf PVC als Verpackungsmaterial;
3. ausschließlicher oder weit überwiegender Einsatz von Polyethylen und Polypropylen ohne Einfärbung oder nur in weißer Einfärbung.

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1.6.2 Verminderung der Verpackungsabfallmengen

Mehrwegbehältnisse entlasten die Müllabfuhr erheblich. Im Hinblick auf die Abfallvermeidung schneiden sie in Abhängigkeit von ihrer Umlaufzahl im Vergleich zu allen Einwegbehältnissen am günstigsten ab.

Die besten Möglichkeiten zur Verwirklichung der vorhandenen Potentiale zur Vermeidung von Verpackungen bzw. zur Verringerung der Verpackungsmaterialmengen liegen bei Herstellern und Händlern.

Die Verbraucher können durch umweltschonendes Kauf- und Konsumverhalten demgegenüber nur begrenzt zur Abfallvermeidung beitragen. Drastische Reduktionen der Mengen sind nur durch Strukturänderungen von der Angebotsseite her zu erwarten. Ein entsprechend geändertes Warenangebot würde im übrigen auch den Erwartungen und Vorstellungen eines Teils der Kunden entgegenkommen. Umweltengagement ist so zum Marketingobjekt geworden. Der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen schlägt in seinem Sondergutachten Abfallwirtschaft Herstellern und Händlern folgende Maßnahmen zur mengenmäßigen Abfallvermeidung vor:

  • Weitgehender Verzicht von Faltschachteln als Umverpackung, beispielsweise bei Tubenverpackungen und bei Fisch- und Fleischkonserven in Weißblech- oder Aluminiumflachdosen, wodurch ein großer Teil der Haushaltsabfälle, der aus der Faltschachtelproduktion resultiert, ohne Einbußen an Lebensqualität vermieden wird;
  • Verzicht auf überflüssige Folienumschläge um Faltschachteln, da sie meist nur der werbewirksamen Aufmachung dienen, aber keine Schutzfunktion haben;
  • Vermeidung von Schrumpfhauben und Strechfolien zur Sicherung von Palettenladungen aus Gütern, die in Säcken oder Schachteln verpackt sind; alternativ könnte die Palettensicherung durch Umreifung mit einem Stahl oder Kunststoffband oder durch punktweises Aufbringen eines Haftklebers zwischen den einzelnen Lagen gewährleistet werden, wenn kein zusätzlicher Regenschutz erforderlich ist;
  • Anlieferung von Waren in Tankwagen, so daß gar keine Verpackung anfällt (z. B. Zement an Baustellen);
  • Verminderung des notwendigen Packmittelmaterials durch neue Technologien, wobei heute nur noch bei Aluminium- und Weißblech-Getränkedosen ein Verminderungspotential gesehen wird, nachdem bei anderen Packmitteln das technisch mögliche Minimum praktisch erreicht worden ist;
  • Verminderung der Packmittelmenge durch Anbieten von Konzentraten oder Nachfüllpackungen, wie dies insbesondere bei Wäsche-Weichspülmitteln und Waschmitteln, aber auch bei Fruchtsäften angeboten wird;
  • Vermeidung von Kleinstpackungen, weil bei diesen Portionspackungen der Verpackungsanteil am Produkt, bezogen auf das Gewicht, in vielen Fällen größer als der Anteil des Inhalts ist;
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1.6.3 Verminderung des Schadstoffeintrags in den Abfall

Die Schadstofffracht bei Verpackungsmaterialien erfolgt vorwiegend durch die Schwermetalle Cadmium, Blei und Chrom in Kunststoffen. Entsprechende Verbindungen werden als Additive, z.B. als Farbpigment, zugegeben. Prinzipiell kann auf derartige Pigmente verzichtet werden oder sie können ersetzt werden. Substitutionsvorgänge sind bereits beobachtbar. Der Umweltsachverständigenrat empfiehlt, zur Beschleunigung des Prozesses ein gesetzliches Verbot zu erlassen.

Verpackungen, die zum mechanischen Schutz von stoßempfindlichen Waren oder zur thermischen Isolierung verwendet werden, bestehen vielfach aus geschäumten Kunststoffen. Zum Teil enthielten sie bisher Halogenkohlenwasserstoffe. Durch die FCKW-Halon-Verbotsverordnung ist die Verwendung von solchen Packstoffen zukünftig nicht mehr erlaubt. Es stehen ausreichende Substitutionsmöglichkeiten zur Verfügung.

Der Schadstoffeintrag bei Papierverpackungen kommt über die Rohstoffe (Füll-, Hilfs- und Zusatzstoffe), das Bedrucken sowie durch die Chlorbleiche des Zellstoffs zustande. Durch Einsatz von Chlorgas und Chlorverbindungen bei der Bleiche des Zellstoffs entstehen chlorierte Kohlenwasserstoffe, die sowohl im Produkt wie im Abwasser umweltrelevant werden können. Mittlerweile gibt es weitaus günstigere Techniken, so daß Bleichverfahren nicht mehr mit herkömmlichen Methoden durchgeführt werden müssen. Durch das Bedrucken werden Cadmium, Chrom, Nickel, Blei und Zink in die Papierpackstoffe eingeschleust. Eine Entfrachtung kann bei bestimmten Druckfarben durch De-Inking-Techniken, bei denen die Druckfarben wieder abgelöst werden, erfolgen. Die Schadstoffe sind dann jedoch im Abwasser bzw. in den daraus abgepreßten Schlämmen, die ihrerseits entsorgt werden müssen. Vordringlich erscheint so die Entwicklung und Nutzung von schadstofffreien Druckfarben.

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1.7 Ein Weg der Abfallvermeidung: Mehrweg


1.7.1 Definition und Erläuterung

Weniger Müll zu produzieren ist möglich. Eine Möglichkeit dazu heißt Mehrweg. Durch die Schaffung und Nutzung von Mehrweg-Systemen können die Müllberge deutlich verringert werden. Verschiedene Ansätze gab und gibt es, die Abfallprobleme in den Griff zu bekommen.

Und dort, wo sich Einweg-Systeme nicht vermeiden lassen, muß ein ökologisch sinnvolles Recycling gewährleistet sein.

Alles spricht für die Mehrwegflasche. Die Mehrwegflasche wird z.B. bei Mineralwasser durchschnittlich 50 mal wiederbefüllt und geht danach in die Altglasverwertung. Ein perfekter Kreislauf. Für Massengetränke ist die Mehrwegflasche der beste Beitrag zur Abfallvermeidung.

Einwegflaschen gelangen vom Hersteller über Abfüller und Handel zum Verbraucher, und lediglich 50 Prozent gehen über das Recycling an die Glashütte zurück. Dort werden sie mit hohem Energieaufwand eingeschmolzen und können erst als neue Flaschen wieder befüllt werden. Der Rest endet auf der Mülldeponie. Berechnet auf einen Liter Getränk sparen Mehrweg-Glasflaschen ( bei 50 Umläufen ) 92 Prozent der Abfallmenge und benötigen 6 mal weniger Energie als eine Einwegflasche. Rund 99 Prozent der Mehrwegflaschen kehren zum Abfüller zurück. Das Mehrweg-System funktioniert nach dem Prinzip: Jeder Einzelne muß mitmachen. Genau wie alle gesellschaftlichen Ebenen das Mehrweg-Prinzip unterstützen müssen: Staat, Komunen, Wirtschaft und Privathaushalte.

Das Mehrwegsystem stellt eine Alternative zur "Ex und Hopp"-Verpackung dar und ist wohl die abfallvermeidendste Verpackungsart. Nach einer gründlichen Reinigung ließe sich jedes benutzte Hohlglas - mit Ausnahme der Medizin- und Sektflaschen (wegen des ungeheuren Drucks, den Sektflaschen aushalten müssen)- wieder befüllen. Dadurch würde der Verbrauch von Verpackungen und die zu entsorgende Abfallmenge drastisch reduziert.

Ein funktionstüchtiges Mehrwegsystem birgt folgende Vorteile:

  • Rohstoffe werden geschont,
  • Energieverbrauch wird reduziert,
  • Abfallaufkommen wird verringert.

Hierbei ist allerdings zu beachten, daß eine Mehrwegflasche, die gerade 4-5 Umläufe schafft, weder für den Abfüller und Verbraucher, noch für die Umwelt einen Vorteil birgt. Für eine Reihe von Getränken stehen allerdings funktionstüchtige Mehrwegflaschen zur Verfügung, die bis zu 50 mal wieder befüllt werden:

  • Mineralwasser,
  • Bier,
  • kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke,
  • Weine,
  • kohlensäurefreie Erfrischungsgetränke.

Insgesamt haben die Abfüllungen in Mehrwegflaschen an den Gesamtabfüllmengen der genannten Getränke zur Zeit einen Anteil unter der gesetzlich vorgeschrieben Quote von 72%. Deshalb sollte ein Zwangspfand auf alle ökologisch nachteiligen Verpackungen erhoben werden, um den Mehrweganteil wieder zu stabilisieren, was jedoch vom Bundesrat abgelehnt worden ist. Nun greift die Verpackungsverordnung, die für diesen Fall ein Zwangspfand auf alle Einwegverpackungen für Bier und Mineralwasser vorsieht.

Recycling
Einwegverpackungen gehen, wie die Bezeichnung bereits ausdrückt, nur einmal den Weg vom Hersteller über den Abfüller und den Handel bis zum Verbraucher. Nur etwa 50 Prozent der Einwegflaschen kommen als Scherben über die Glascontainer oder die Altstofftonne zurück an die Glashütte. Der Rest wandert mitsamt den Etiketten und den Verschlüssen in den Restabfall und damit auf Deponien oder in die Müllverbrennung.

Mehrwegflaschen durchlaufen -zigfach den Kreislauf vom Abfüller zum Verbraucher und zurück. Bei der Firma Mineralbrunnen zirkulieren sie i.d.R. etwa 50 mal. Lediglich ein Prozent der Flaschen geht aus dem Kreislauf verloren, meist beim Verbraucher durch Bruch der Flasche. Ein weiteres Prozent wird vom Abfüller aussortiert wegen Überalterung der Flaschen; es treten dann z.B. Beschädigungen des Flaschenhalses auf. Diese Flaschen können aber natürlich noch wiederverwertet werden.

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1.7.2 Einsatzbereiche für Mehrwegsysteme

Das Prinzip Mehrweg hat sich bei einer ganzen Reihe von Produkten bereits bewährt. Das sind in erster Linie Getränkeflaschen. aber auch Joghurtgläser, Sahneflaschen, ja sogar Farbeimer.

Zum Beispiel die Deutsche Bundesbahn: Die von ihr verwendeten Mehrwegtransportverpackungen ersetzen allein 100 000 Einwegpaletten. Für den Einsatz solcher abfallvermeidender Verpackungsformen gibt es kaum Grenzen. Industrie, Gewerbebetriebe, öffentliche Auftraggeber, der Handel wie auch der einzelne Bürger können durch Verwendung dieser Verpackungsform einen erheblichen Beitrag zur Verringerung des Abfallberges leisten.

Das Umweltzeichen kennzeichnet Mehrwegtransportverpackungen, Mehrwegtabletts, Mehrwegsteigen für Lebensmittel, Mehrwegdruckgaskapseln für Sodawassersiphons und Schlagsahnebereiter sowie andere umweltfreundliche Verpackungsformen.

Mehrwegsysteme sind in allen Bereichen einsetzbar. Immer mehr Gewerbebetriebe entdecken angesichts steigender Entsorgungskosten und einer gewachsenene Verantwortung für die Umwelt die ökologischen und ökonomischen Vorteile von Mehrwegsystemen.

Einsatzbereiche für Mehrwegsysteme

  • Verkaufsverpackungen: Pfandflaschen, Einkaufsnetze und -körbe mitgebrachte Behälter für den Einkauf, etc.
  • Transportverpackungen: Bierkisten, Obststeigen, Fässer, Paletten, etc.
  • Getränkeabfüllung in Zapfsystemen: "Stählerne Kuh"
  • Refill-Systeme: Kolbenfüller, Tintenstrahldrucker, Faxgeräte Waschmittel, Farbbandcassetten, Tonerkartuschen, etc.
  • Kraftfahrzeuge: Motorenöl zum Abzapfen in Mehrwegflaschen
  • Renovierung: Farbeimer zum Nachfüllen
  • Großveranstaltungen: Mehrwegpfandgläser und -geschirr
  • Feste und Feiern: Geschirrmobile
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1.7.3 Ökobilanzen von Getränkeverpackungen

Im nachfolgenden Text veröffentlichen wir das Hintergrundpapier des Umweltbundesamtes vom August 2000 zur Ökobilanz von Getränkeverpackungen für alkoholfreie Getränke und Wein (Kurzfassung), das dies das aktuellste Papier zu diesem Thema ist. Die Langfassung kann auf der Homepage des Umweltbundesamtes www.uba.de heruntergeladen werden.

Umweltbundesamt August 2000 - HINTERGRUNDPAPIER:
ÖKOBILANZ GETRÄNKEVERPACKUNGEN
FÜR ALKOHOLFREIE GETRÄNKE UND WEIN

  • Allgemeine Informationen zu Ökobilanzen
  • Ergebnisse der Ökobilanz Getränkeverpackungen für Bier und Frischmilch (1995)
  • Ergebnisse der Ökobilanz Getränkeverpackungen für alkoholfreie Getränke und Wein
  • Allgemeine Informationen zu Ökobilanzen
    Was ist eine Ökobilanz?


    Eine Ökobilanz ist ein Umweltprotokoll eines Produktes, eines Herstellungs- oder anderen Verfahrensprozesses, einer Dienstleistung oder eines Produktionsstandortes. Sie fasst das vorhandene Wissen über die Auswirkungen auf die Umwelt zusammen.

    Man kann Ökobilanzen für einzelne Bereiche und Produkte oder – was der Regelfall ist – als vergleichende Ökobilanzen erstellen. Das heißt, es werden Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen mit dem selben Zweck oder der selben Funktion hinsichtlich ihrer Wirkungen auf die Umwelt verglichen. Ein Beispiel dafür ist die Ökobilanz für Getränkeverpackungen (Ökobilanz für Produkte) und die Ökobilanz Verwertungswege für Altöl (Ökobilanz für Verfahrensprozesse).

    Bei Ökobilanzen für Produkte wird der gesamte Lebensweg des Produktes betrachtet von der Wiege bis zur Bahre - also von der Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung des Produktes werden die Umweltauswirkungen erfasst.

    Dabei werden nicht nur die Umweltauswirkungen des eigentlichen Herstellungsprozesses berücksichtigt, sondern auch die Herstellung der Vorprodukte, teilweise sogar der Hilfs- und Betriebsstoffe, der Energieerzeugung sowie die Förderung und Bereitstellung der Rohstoffe. Einbezogen werden auch alle Transporte – ein besonders wichtiger Aspekt. Für die Phase der Nutzung wird zum Beispiel bei einem Kühlschrank der Energieverbrauch und damit auch der Schadstoff-Ausstoß beim energieerzeugenden Kraftwerk einbezogen.

    Bei der Entsorgung wird das Recycling der Wertstoffe ebenso berücksichtigt wie die Umweltbelastung durch die Ablagerung der Abfälle auf Deponien oder ihre Verbrennung.

    Was leisten Ökobilanzen?

    Ökobilanzen haben mehrere Funktionen:

    -Sie können von den Herstellern zur Entwicklung von umweltverträglicheren Produkten genutzt werden.

    -Sie sind eine Hilfe für politische Entscheidungsprozesse, so zum Beispiel bei der Diskussion über die Verpackungsverordnung und die Mehrwegquote, bei der die Ökobilanz für Getränkeverpackungen eine Rolle spielt.

    -Sie können auch das Marketing von Unternehmen beeinflussen, zum Beispiel, indem Unternehmen durch eine Ökobilanz die Umweltverträglichkeit ihrer Produkte bewerten und mit den Ergebnissen werben. Die Ökobilanz wird allein aus Sicht des Umweltschutzes, ohne Abwägung mit ökonomischen und sozialen Auswirkungen erstellt. Es ist klar, dass die Ergebnisse von Ökobilanzen nur ein Aspekt im Rahmen der komplexen Entscheidungsprozesse in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sein können. Sie müssen zusätzlich mit ökonomischen und sozialen Faktoren zusammengefügt werden.

    Wie ist eine Ökobilanz aufgebaut?

    Gemäß der international gültigen ISO-Normen (ISO 14040 folgende) besteht eine Ökobilanz aus folgenden Schritten:

    -Festlegung des Ziels und des Untersuchungsrahmens
    -Sachbilanz
    -Wirkungsabschätzung
    -Auswertung

    Transparenz und Nachvollziehbarkeit des Vorgehens und der Ergebnisse sind das A und O einer Ökobilanz. Einbezogen in eine Ökobilanz werden auch die betroffenen Kreise, also Wirtschafts-, Umwelt- und Verbraucherverbände sowie ein Gremium unabhängiger Experten und Wissenschaftler.

    In der Ziel- und Rahmenfestlegung wird entschieden, welche Produkte unter welchen Randbedingungen bilanziert und miteinander verglichen werden.

    In der Sachbilanz werden verschiedene Arten von Umweltbelastungen, die während des Lebensweges eines Produktes anfallen - wie Schadstoffausstoß, Einleitungen, Rohstoffentnahmen und Flächenbelegungen - quantifiziert und - Parameter für Parameter – über den Lebensweg des Produktes zusammengefasst.

    In der Wirkungsabschätzung als drittem Schritt einer Ökobilanz wird die kaum übersehbare Vielfalt an Einzelergebnissen aus der Sachbilanz einer überschaubaren Anzahl von Umweltwirkungskategorien (z.B. Treibhauseffekt, Eutrophierung, Versauerung usw.) zugeordnet und hinsichtlich ihrer Umweltwirkung quantifiziert.

    Im vierten und letzten Schritt, der abschließenden Auswertung der Ökobilanz, geht es darum, die Ergebnisse für die betrachteten Produkte in den einzelnen Wirkungskategorien zu einer Endaussage zusammenzuführen. Dies sollte transparent und nachvollziehbar nach einer vorher festgelegten Methode erfolgen, um von Interessen gefärbte Interpretationen weitgehend auszuschließen. Das Umweltbundesamt hat hierzu eine spezielle Methode entwickelt, die insbesondere den einzelnen Wirkungskategorien auf Grund definierter Vorgaben unterschiedliche ökologische Prioritäten zuordnet (ranking) und eine verbale Zusammenführung der Ergebnisse zu einer Endbeurteilung zulässt. Daraus lassen sich dann Schlussfolgerungen und Empfehlungen für die Politik, die Produzenten und andere Beteiligte ableiten.

    Ein Ziel der deutschen Umweltpolitik ist es, durch Vermeiden, Wiederverwendung und Verwertung von Produkten dort, wo es sinnvoll ist, die Umweltbelastungen zu reduzieren. Pro Jahr fallen in Deutschland rund 14 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an. Davon sind rund 2,5 Millionen Tonnen Getränkeverpackungen. Bei den Verpackungen bietet es sich an, durch geschicktes Verpackungsdesign, Mehrwegführung und durch ein hohes Verwertungsniveau diesen Zielen gerecht zu werden. Ökobilanzen sind dazu geeignet, einzuschätzen, wie es um die ökologische Sinnhaftigkeit der einzelnen Maßnahmen bestellt ist.

    In Deutschland wurden 1998 mehr als 12 Milliarden Liter in Flaschen, Kartons oder Dosen verpackte Getränke getrunken (alle außer Milch). Die mit Abstand größte Menge der Getränke - 22,5 Milliarden Liter, also rund 70 % - war in Mehrwegverpackungen, wie Flaschen aus Glas oder aus dem Kunststoff PET, abgefüllt. Die restlichen 9,6 Milliarden Liter verteilten sich auf die Einwegverpackungen: auf Einwegflaschen aus Glas (1,1 Milliarden Liter), Dosen (2,7 Milliarden Liter), den Verbundkarton (1 Milliarden Liter) und Sonstige (0,5 Milliarden Liter).

  • Ergebnisse der Ökobilanz Getränkeverpackungen für Bier und Frischmilch (1995)

    Das Umweltbundesamt hat bereits eine Ökobilanz für Getränkeverpackungen erstellt: 1995 wurden die Ergebnisse der Ökobilanz von Verpackungen für Bier (Mehrweg: Glasflasche; Einweg: Glasflasche und Dose) sowie für Frischmilch (Mehrweg: Glasflasche, Einweg: Karton und Schlauchbeutel) veröffentlicht.

    Bei Bierverpackungen war die Mehrwegflasche den drei Einweg-Verpackungen – der Weißblechdose, der Aluminiumdose und der Einwegflasche – deutlich überlegen, selbst als man in den Berechnungen die Annahmen zuungunsten der Mehrwegflasche veränderte.

    Differenzierter war das Ergebnis bei den Verpackungen für Frischmilch: Zwar schneidet die Mehrwegflasche im Öko-Vergleich noch erkennbar besser ab als der Einwegkarton. Doch zwischen der Mehrwegflasche und dem Schlauchbeutel aus Kunststoff gibt es ein Patt. Und: Je weiter die Transportentfernungen sind, desto geringer wird die Überlegenheit der Mehrwegflasche gegenüber dem Karton.

    Die politische Schlussfolgerung der damaligen Bundesumweltministerin Dr. Angela Merkel lautete, "dass der Schutz und die weitere Förderung von Mehrweg im Getränkebereich weiterhin gerechtfertigt ist. Dies gilt eindeutig bei Bier, abgeschwächt bei Milch. Die Studie zeigt allerdings auch, dass eine "Schwarz-Weiß-Malerei" bei Einweg- oder Mehrweg-Getränkeverpackungen nicht haltbar ist".

  • Ergebnisse der Ökobilanz Getränkeverpackungen für alkoholfreie Getränke und Wein

    Die Ökobilanzen für Getränkeverpackungen alkoholfreier Getränke und Wein wurden von der Projektgemeinschaft Prognos (Leitung), dem Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu), der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) und PackForce erstellt.

    Was wurde untersucht?

    Das Ziel der Studie war es, die Ökobilanzierung von marktrelevanten Getränkeverpackungssystemen für alkoholfreie Getränke und Wein auf der Grundlage repräsentativer mittlerer Rahmenbedingungen durchzuführen und daraus Empfehlungen für Politik, Wirtschaft und Verbraucher abzuleiten. Die geplante Gesamtuntersuchung besteht aus zwei Phasen, Status-Quo-Analyse (Phase I) und Prognoseszenarien (Phase II). Der jetzt fertig gestellte Bericht enthält die Ergebnisse der Status-Quo-Analyse. Bezugsjahr ist 1996. Entscheidend für die Auswahl der untersuchten Verpackungssysteme war ihre Marktrelevanz.

    Die ausgewählten Verpackungen haben in der Regel mehr als 5% Marktanteil.

    In der Wirkungsabschätzung wurden folgende ökologische Wirkungskategorien betrachtet.

    Verwendete Wirkungskategorien

    -Photochemische Oxidantienbildung (Stichwort: Sommersmog)
    -Aquatische Eutrophierung (Überdüngung von Gewässern)
    -Terrestrische Eutrophierung (Überdüngung von Böden)
    -Versauerung
    -Gesundheitsschäden und gesundheitliche Beeinträchtigung des Menschen
    -Schädigung und Beeinträchtigung von Ökosystemen
    -Ressourcenbeanspruchung
    -Naturraumbeanspruchung
    -Treibhauseffekt

    Die Rangbildung, das heißt die Hierarchisierung unterschiedlicher Wirkungskategorien nach ihrer ökologischen Priorität (ranking), erfolgte gemäß dem Vorschlag des Umweltbundesamtes. Es ist darauf hinzuweisen, dass diese Rangbildung keineswegs ausschließlich auf objektiven Sachverhalten, sondern zu einem großen Teil auch auf Werthaltungen beruht.

    Die Auswertung, das heißt die Zusammenführung der Einzelergebnisse zu Schlussfolgerungen hat das Ziel, die für die unterschiedlichen Verpackungssysteme ermittelten Ergebnisse aus Sachbilanz und Wirkungsabschätzung miteinander zu vergleichen. Berücksichtigt werden dabei die methoden- und datenbedingten Unsicherheiten.

    Für diese Vergleiche wurde für jeden Untersuchungsbereich das jeweils marktbedeutendeste Mehrwegsystem als Referenzsystem festgelegt. Die Ergebnisse der übrigen Verpackungssysteme wurden diesem Referenzsystem gegenübergestellt.

    Die Ergebnisse im Überblick

    Die Ergebnisse der Ökobilanz sind sehr differenziert:

    -Die bestehenden PET-Mehrwegsysteme sind gegenüber den bestehenden Glas-Mehrwegsystemen bei Mineralwasser und CO2-haltigen Erfrischungsgetränken aus Umweltsicht vorzuziehen. Dies zeigt sich besonders bei den wichtigen Wirkungskategorien Ressourcenbeanspruchung, Treibhauseffekt und Versauerung
    -Zwischen den bestehenden Glas-Mehrwegsystemen und Getränkekartonverpackungs-Systemen lässt sich bei stillem Mineralwasser, CO2-freien Getränken und Wein mit der hier durchgeführten Bewertungsmethode kein entscheidender ökologischer Vor- oder Nachteil erkennen. Das liegt offenbar auch am hohen Stand des Getränkekarton-Recyclings.
    -Glas-Einwegsysteme sowie Getränkedosen-Systeme aus Weißblech und Aluminium zeigen gegenüber vergleichbaren Mehrwegsystemen deutliche ökologische Nachteile. Auch hier sind Ressourcenbeanspruchung, Treibhauseffekt und Versauerung die entscheidenden Indikatoren.

    Fazit

    Als Fazit lässt sich festhalten: Mehrwegflaschen – ganz gleich ob es Kunststoff (PET)- oder Glasflaschen sind – haben gegenüber den Einwegdosen und Einwegflaschen klare ökologische Vorteile. Zwischen Mehrweg-Glasflaschen und den Einweg-Getränkekartons gibt es aus Umweltsicht ein Patt.

    Ein weiteres Ergebnis, das für alle Verpackungsvarianten gilt:

    -Die Distribution - also der Transport vom Abfüller zum Verbraucher - trägt in einem erheblichen Maße zu den Ergebnissen der Ökobilanz bei. Da in dieser Ökobilanz, wie allgemein üblich, nur die leeren Getränkeverpackungen ohne Füllgut bilanziert wurden, tritt der Transport-Einfluss bei den schwereren Mehrwegverpackungen mit der Notwendigkeit zum Rücktransport besonders in Erscheinung. Hätte man zusätzlich auch noch eine Transport-Ökobilanz für die enthaltenen Füllgüter durchgeführt, würde der Einfluss der Transportentfernung noch wesentlich stärker auf das Ökobilanzergebnis durchschlagen. Der relative Vorteil über lange Distanzen transportierter Einwegverpackungen würde dann nivelliert. Die bei Berücksichtigung des Füllgutes relevanten Auswirkungen sollen aller Voraussicht nach in die zweite Phase der Ökobilanz einbezogen werden.

    Worauf sollten die Verbraucher achten?

    Was sollten nun angesichts der differenzierten Ergebnisse die Verbraucherinnen und Verbraucher tun? Dazu gibt das Umweltbundesamt folgende Tipps:

    - Wählen Sie den Mehrweg, denn:  Mehrweg ist aus Umweltsicht meist der bessere Weg.
    Dabei ist nicht entscheidend, ob die Mehrwegflasche aus Kunststoff oder Glas ist. Beide schneiden in der Ökobilanz gut ab. Und beide sind in der Ökobilanz besser als Dosen oder Einwegflaschen. Die einzige Ausnahme ist der Verbundkarton, der für alle Getränke ohne Kohlensäure geeignet ist und der gegenüber Mehrweg insgesamt keine erheblichen Nachteile hat – vorausgesetzt, Sie kümmern sich darum, dass der Karton dem Recycling zugeführt wird.
    - Lassen Sie Dosen und Einwegflaschen aus Glas stehen, denn: Sie sind die Öko-Schlusslichter.
    Manchmal geht es allerdings nicht anders. Man ist unterwegs, hat Durst, es gibt nur Dosen oder Einwegflaschen. Unsere Bitte: Werfen Sie Dosen und Einwegflaschen nicht achtlos weg, sondern bringen Sie Dosen, Flaschen und Kartons zu den eingerichteten Rücknahme- und Verwertungssystemen, denn: Aktives Recycling schont die Umwelt.
    - Denken Sie daran: Weniger Transporte bedeuten weniger Verkehr und damit weniger Belastungen für die Umwelt.
    Welche dieser Empfehlungen hat im Zweifelsfall den Vorrang? Glücklicherweise stellt sich diese Frage nicht allzu oft, da Mehrwegverpackungen meist auch diejenigen sind, die schon aus Gründen der Wirtschaftlichkeit die geringeren Transportwege auf dem Buckel haben – auch diese Vermutung konnte im Verlauf der Arbeiten zu dieser Ökobilanz bestätigt werden.

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1.8 Praktische Tipps zur Abfallvermeidung

Jeder Einzelne von uns hat als Verbraucher durch sein Verhalten Einfluß auf die Müllmengen. Durch unsere Kaufentscheidungen für ein bestimmtes Produkt mit einer bestimmten Verpackung und einer mehr oder weniger langen Haltbarkeit entscheiden wir, was schließlich im Müll landet. Dies setzt allerdings beim Käufer eine umfassende Information voraus, die er bei der Abfallberatung oder Verbraucherzentrale erhalten kann. Damit haben wir Einfluß auf das, was zum Kauf angeboten wird. Denn letztlich wird nur das produziert, was auch verkauft werden kann. Um möglichst viel Müll zu vermeiden, sollten wir deshalb in manchen Fällen auf bestimmte Produkte ganz verzichten oder solche auswählen, die nur auf das Notwendigste oder gar nicht verpackt sind, sehr schadstoffarm, langlebig und reparierfähig sind. Ganz konkret sollen folgende Anregungen zeigen, wo man mit Abfallvermeidung beginnen kann.

Tipps zur Abfallvermeidung


Abfallarme Feste
Auch beim Feiern läßt sich viel Abfall vermeiden, z.B. durch Verzicht auf Einweggeschirr oder durch Verwendung eines (Leih-) Fasses für den Bierausschank.

Backwaren
Brot und Brötchen lassen sich problemlos unverpackt erwerben. Bringen Sie doch Ihren eigenen Stoffbeutel mit.

Batterien
Batterien durch Akkus ersetzen : Akkumulatoren sind in der Anschaffung etwas teurer, haben jedoch eine wesentlich längere Lebensdauer als Batterien. Dadurch produzieren Sie weniger Problemabfall und sparen - langfristig gesehen - Geld. Nutzen Sie Geräte mit Netzanschluß, Solarzellen oder Akkus.

Blauer Engel
Wählen Sie umweltschonende Produkte mit dem blauen Umweltengel.

Eier
Eier können lose erworben werden. Am besten lassen sie sich in mitgebrachten Mehrwegkartons transportieren.

Einkauf
Geben Sie der Plastiktüte einen Korb und bringen stattdessen Ihre eigenen Einkaufstaschen, -netze oder -beutel mit.

Einwegartikel
Verzichten Sie auf Einwegartikel wie Feuerzeuge, Filzstifte und Kugelschreiber.

Erzeuger
Wenn Sie Die Möglichkeit haben, kaufen Sie Lebensmittel direkt vom Erzeuger.

Fleisch, Wurst
Bringen Sie doch einfach Ihre eigenen Behältnisse oder Gefäße zum Einkauf mit, das spart jede Menge Folien, Tüten und Papier.

Gemüse und Obst
Die Natur hat viele Obst- und Gemüsesorten mit einer robusten Schale ausgestattet. Bei einigen Sorten kann deshalb das Wiegeschild direkt auf die Ware geklebt werden. Wählen Sie Produkte, die in der Region hergestellt oder abgefüllt wurden sowie Obst und Gemüsesorten, die der Jahreszeit entsprechen - das belastet die Umwelt geringer.

Geschirr
Vermeiden Sie Einweggeschirr oder Einweg-Haushaltstücher.

Getränke
Bevorzugen Sie nach Möglichkeit Mehrwegflaschen. Da sich bei Mehrwegsystemen in der ökologischen Gesamtbetrachtung hohe Umlaufraten und geringe Entfernungen zwischen Händlern und Abfüller auswirken, sollten Sie regional abgefüllte Mehrwegprodukte vorziehen.

Haushaltswaren
Achten Sie bei Haushaltswaren auf Langlebigkeit und Reparaturfreundlichkeit (z.B. verschraubte Artikel anstelle von vernieteten Produkten).

Internet-Gebrauchtbörse
Viele Dinge sind zum Wegwerfen zu schade. Fragen Sie im Bekanntenkreis, ob jemand etwas davon gebrauchen kann oder verschenken Sie gut erhaltene Stücke an wohltätige Gruppen. Fragen Sie Ihre Abfallberatung nach einer Internet-Gebrauchtbörse (siehe www.abfallberatung.de).

Joghurt
Nach Möglichkeit sollten sie Joghurt selber machen, denn auf diese Weise lassen sich viele Verpackungen sparen. Ist dies nicht möglich, sollten Sie Glas-Mehrweggefäße verwenden.

Kaffee, Tee
Bevorzugen Sie in Papiertüten verpackten Kaffee und Tee. Verwenden Sie Dauerfilter aus Stoff oder Keramik.

Käse
Verpackungen lassen sich gut einsparen, wenn Sie in Papier verpackten Käse kaufen und für Frischkäse eigene Gefäße mitbringen.

Komposthaufen
Ein Komposthaufen im Garten für die organischen Abfälle entlastet Ihre Mülltonne und liefert wertvollen Pflanzendünger, der den knappen Rohstoff Torf ersetzen kann.

Lebensmittel
Bevorzugen Sie beim Einkauf lose Lebensmittel, z.B. auf dem Markt, beim Bäcker. Wenn Sie frische Lebensmittel kaufen und keine Konserven oder Fertigwaren, lassen sich viele Verpackungen einsparen.

Lose Ware
Kaufen Sie dort ein, wo Ware offen angeboten wird. Lassen Sie sich lose Ware in mitgebrachte Behälter abfüllen (Wurst, Käse, Salate, Obst, Gemüse, Brötchen).

Mehrfach-, Mogel- und Luxusverpackungen
Verzichten Sie auf unnötig verpackte Produkte (Blumen in Folie, Sektflasche im Karton), die das Müllaufkommen unnötigerweise erhöhen.

Mehrwegsysteme
Mehrwegflaschen können bis zu 60 mal wieder befüllt werden. Besonders gut sind standardisierte Mehrwegsysteme.

Milch
In einigen Geschäften ist eine "stählerne Kuh" aufgestellt. Die Milch wird einfach in eine Flasche gezapft, die Sie beliebig oft wiederbefüllen können. Ansonsten verwenden Sie bitte Mehrwegflaschen.

Miniportionsverpackungen
Bei Miniportionsverpackungen (Kaffeesahne, Marmelade, Honig, kleine Safttüten)steht der Verpackungsaufwand in keinem vernünftigen Verhältnis zum Inhalt. Bevorzugen Sie also möglichst eine größere statt vieler kleiner Verpackungen.

Möbel, Elektrogeräte, Spielzeug, Hausrat, Kleidung, Bücher, Sportausrüstungen u.v.m.
Fast alles lässt sich gebraucht kaufen, mieten oder tauschen. Je öfter und je länger Gegenstände genutzt werden, desto weniger müssen produziert werden. Auf diese Weise werden Rohstoffreserven geschont, Energie eingespart und Abfälle werden vermieden.

Möbeldienst
Bevor Sie Ihre Möbel oder anderen Einrichtungsgegenstände zum Sperrgut anmelden, nehmen Sie Kontakt zum Möbeldienst auf, ob dort noch Bedarf an guten Gebrauchtmöbeln oder Elektrogeräten besteht.

Müsli
Leckere Müslis lassen sich aus frisch gemahlenem Getreide selbst herstellen.

Nachfüllpackungen und Konzentrate
Nachfüllpackungen und Konzentrate sind billiger, leichter zu tragen und verursachen weniger Abfall (Waschpulver, Shampoo, Grablichter).

Obst und Gemüse
Kaufen Sie Obst und Gemüse, Brot und Backwaren lose in mitgebrachten Taschen.

Pfandflaschen.
Bevorzugen Sie Getränke, Joghurt und andere Produkte in Pfandflaschen.

Recyclingprodukte
Bevorzugen Sie Recyclingprodukte aus Altpapier oder anderen Altstoffen.

Reparierbare Produkte
Achten Sie beim Kauf von Haushaltsgütern auf Reparierfreudigkeit und Langlebigkeit.

Schadstoffhaltige Produkte.
Verzichten Sie auf Spezialreiniger. Verwenden Sie keine lösemittelhaltigen Klebstoffe, Farben oder Lacke.

Süßigkeiten
Bevorzugen Sie Schleckereien, die lose oder ohne aufwendige Verpackungen zu erwerben sind.

Spül-Mobil
Verzichten Sie bei Ihrer Gartenparty auf Einweggeschirr. Fragen Sie Ihre Abfallberatung nach der Möglichkeit, ein Spül-Mobil zu leihen.

Tragetaschen
Geben Sie der Plastiktüte einen Korb und bringen Sie stattdessen Ihre eigenen Einkaufstaschen, -netze oder -beutel mit. Einkauf um Einkauf lässt sich so der Berg an Wegwerftüten aus Plastik oder Papier verringern.

Verschenken statt Wegwerfen
Viele Dinge sind zum Wegwerfen zu schade. Fragen Sie im Bekanntenkreis, ob jemand etwas davon gebrauchen kann oder verschenken Sie gut erhaltene Stücke an wohltätige Gruppen. Fragen Sie Ihre Abfallberatung nach einer Internet-Gebrauchtbörse (siehe www.abfallberatung.de).

Verpackungen
Vermeiden Sie aufwendige oder überflüssige Verpackungen sowie Miniverpackungen (z.B. für Marmelade, Butter, Kondensmilch)! Verzichten Sie auf aufwendige Doppel,- Dreifach oder sog. Geschenkverpackungen!

Verpackungsmaterial
Wenn Verpackungen nicht ganz vermieden werden können, wählen Sie diejenigen, die sich am besten verwerten lassen (z.B. Glas, Pappe). Verpackungen sollen aus einem Material hergestellt sein - möglichst keine Verbundverpackungen kaufen. Der Wertstoffkreislauf ist erst geschlossen, wenn Produkte aus Recyclingmaterial auch gekauft werden (Papier, Glas, Kunststoffe).

Werbeprospekte
Weisen Sie unerwünschte Werbeprospekte durch einen entsprechenden Hinweis auf Ihrem Briefkasten ab.

Wegwerfartikel
Verzichten Sie auf Einmal- bzw. Wegwerfartikel, wie z.B. Feuerzeuge, Kugelschreiber, Rasierer. Diese lassen sich durch wiederbefüllbare Produkte ersetzen.

Zwischenmahlzeiten
Am bestem Sie bringen Ihre Zwischenmahlzeiten im Behälter, in Papier verpackt bzw. Getränke in Thermoskannen von zu Hause mit.

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