Abfallvermeidung

Abfallvermeidung BS

1.1 Definition und Erläuterung

Abfallvermeidung, das sollten wir nicht müde werden zu sagen, hat oberste Priorität. Da die meisten Umweltbelastungen bei der Herstellung eines Produkts anfallen, werden gerade diese Belastungen durch abfallvermeidende Maßnahmen verringert, hinzu kommen die Entlastungen bei der Verbrennung sowie bei Sammlung und Transport.

Abfälle sind nach § 4 KrW – / AbfG in erster Linie zu vermeiden.Der Gesetzgeber kann steuernd auf die Zunahme von Verpackungsabfällen (Rücknahme- und Pfandpflicht) oder den Anfall schadstoffhaltiger Abfälle (Verkehrsverbot) einwirken. Neben den Verpackungsabfällen (z.B. Einwegflaschen), die inzwischen nahezu 1/1 des Hausmüllgesamtgewichtes ausmachen, bilden die kompostierbaren Abfälle einen mengenmäßig ebenso relevanten Ansatzpunkt zur Vermeidung (konsequente Förderung der Eigenkompostierung).

Der Begriff der Abfallverringerung betrifft den vom Konsumenten nicht unmittelbar beeinflußbaren Produktionsbereich und meint z.B. bei Verpackungen die Reduzierung des Stückgewichtes und Volumens.

Im gewerblichen und Produktionsbereich werden Abfälle soweit vermieden oder verringert, wie sich wirtschaftliche Vorteile unter Einschluß der Rohstoff-, Produktions- und Abfallentsorgungskosten ergeben oder ordnungsrechtlich bestimmte Abfälle von der Annahme ausgeschlossen werden.

Abfallvermeidung ist aktiver Umweltschutz. Abfallvermeidung ist der ökologisch sinnvollste Weg, denn der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht. Er muß nicht aufwendig – unter „Verbrauch von Umwelt“ – und kostenintensiv verwertet oder entsorgt werden.

„Abfallvermeidung bedeutet, Abfälle erst gar nicht entstehen zu lassen. Es werden keine Produkte hergestellt, die beseitigt oder recycelt werden müssen.“

In privaten Haushalten und der Industrie ist dies in letzter Konsequenz durch Konsum- und Produktionsverzicht oder durch Umstellung der Produktion realisierbar. Das Zurückgreifen auf recycelbare Produkte, die dann einer Abfallverwertung zugeführt werden, wird immer wieder einer Abfallvermeidung gleichgesetzt. Doch Abfallverwertung kann keine Abfallvermeidung sein, da der Abfall bereits entstanden ist. Durch die Abfallverwertung wird lediglich die Verbrennung bzw. Deponierung der bereits entstandenen Abfälle vermieden. Beispiele für tatsächliche Abfallvermeidung in diesem Sinne sind Mehrwegsysteme aller Art.

Müllproblemo?

  • Mehrwegflaschen……nachfüllpackungen
  • Pfandsysteme…..kompostieren….akkus
  • Einkaufstaschen……..mehrwegpaletten
  • Windeldienste……langlebige produkte
  • Reparieren..leihen..unverpackt..refill
  • weiterverwenden…teilen……tauschen
  • Geschirrmobil…lose…….verschenken
  • Mieten statt kaufen..teilen..dispencer
  • pflegen…qualität..flohmarkt…leihen
  • mehrwegtransportsysteme……kreislauf
  • wiederverwenden…secondhand…trennen
  • sortieren..sammeln….Pfand..recycling
  • wiederverwerten.markt..mehrwegflaschen
  • nachfüllpackungen……..pfandflaschen
  • kompostieren…akkus…einkaufstaschen
  • weiterverwerten……….windeldienste
  • leihen………Internet-Gebrauchtbörse
  • langlebige produkte………reparieren
  • Reparatur-und Verleihführer.unverpackt
  • tauschen…gemeinsam nutzen..phantasie

Nullproblemo!

1.2 Vom "Müllnotstand" zur "Kundenberatung"

Anders als zu Beginn der 80er Jahre ist die Bedeutung der Abfallvermeidung durch die völlig veränderte abfallwirtschaftliche Ausgangssituation bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern fragwürdig geworden. War damals noch von „Müllnotstand“ und „Mülllawinen“ die Rede und von der unbedingten Notwendigkeit der Abfallvermeidung stellt sich die Situation für viele Kommunen heute ganz anders dar:

Die wegen der Auswirkungen der Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes zum Teil drastisch sinkenden Abfallmengen („Abfall zur Verwertung“) führen zu starken Gebührenerhöhungen. Intensive Maßnahmen zur Abfallvermeidung würden diese Situation nur forcieren, so daß aus betriebswirtschaftlichen Gründen ein öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger, der seine Entsorgungsanlagen auslasten muß, kein Interesse an Abfallvermeidung haben darf.

Viele der anfangs als „Abfallberater“ angestellten Mitarbeiter wurden aus diesen Gründen zu „Kundenberatern“, die nun Abfälle für Ihre Entsorgungseinrichtungen akquirieren müssen, was viele als Belastung empfinden, wird hier doch die ganze Irrationalität der Abfallwirtschaft deutlich.